Praxis und Alltag

Apps & Mobilität

 

Der virtuelle Globus

Die ganze Erde in deiner Hand

 

Früher hat man vor Beginn einer längeren Reise in unbekannte Gefilde Straßenkarten studiert und gehofft, dass auch die kleineren Landstraßen darauf auftauchen. Und dann hat man sich verabredet und gehofft, dass man den Treffpunkt in der unbekannten Stadt schon finden würde. Eine Ortsangabe von „zwei mal links und dann da hinten rechts“ klingt zwar immer etwas unspezifisch, aber man wird es schon finden – hoffentlich. Inzwischen gibt es für all das den virtuellen Globus – und du kannst helfen, ihn weiter zu entwickeln.

Denn inzwischen sind viele dieser Unklarheiten beseitigt worden. Spiele doch so einen Städtetripp mental durch: Wann hattest du das letzte Mal einen Stadtplan in der Hand? Das Ziel gibst du nämlich einfach ins Navi ein und fährst oder läufst dann hinterher. Das stundenlange Verfahren hat sich damit größtenteils erledigt, genauso wie die Frage: Wo bin ich? Dein Navi und deine Karten-App auf dem Smartphone wissen es. Auch bei einer Verabredung ist kein Rätseln mehr notwendig, weil du deinen Standpunkt einfach per Nachricht verschicken kannst. Du musst aber auch gar nicht selbst auftauchen, um herauszufinden, wie es dort ausschaut: Diverse Apps und Anwendungen verraten es dir. Unsere gesamte Erde ist so inzwischen zu einem virtuellen Globus geworden.

Möglich machen das Privatunternehmen wie Google oder offene Projekte wie OpenStreetMap. Aber auch Microsoft Bing Maps, Apple Karten, der ArcGIS Explorer oder NASA WorldWind bieten ähnliche Services an. Dort stehen Luft- und Satellitenbilder zur Verfügung, wobei vor allem Google Earth eine enorm hohe Detailauflösung zu bieten hat. Natürlich ist diese Auflösung in Großstädten wie New York, Tokyo oder Mexico City höher als in der Antarktis oder in der Gobi-Wüste. Aber sogar die Meeresoberfläche kannst du mithilfe von Google Earth beobachten – oder den Mond.

Mithilfe all dieser Dienste kannst du nach bestimmten Orten suchen, wie beispielsweise den Treffpunkt in der dir unbekannten Stadt. Du kannst dir aber auch alle Eisdielen auf dem Weg dorthin anzeigen lassen, oder den nächsten Bankautomaten, oder ob der Supermarkt dort um die Ecke noch offen haben wird. Vielleicht hast du aber auch gar kein Ziel in Sinn und gehst einfach nur so auf virtuelle Entdeckungsreise.

Diesen virtuellen Globus haben viele Menschen gemeinsam erschaffen – unter ihnen auch zahlreiche Geodäten. Denn damit die gesamte Erde in dein Smartphone passt, muss sie erst einmal vermessen werden. Und die Satellitenaufnahmen, die ein Satellit aus dem All von deinem Balkon macht, müssen georeferenziert, also mit Geodaten versehen, werden, damit du dein Haus später wiederfindest, wenn du nach seiner Adresse suchst. Nicht zu schweigen von den ganz grundlegenden ersten Schritten jeglicher Navigation: Du brauchst geografische Koordinaten und eine Antwort auf die alte Frage: Wo bin ich? Als Geodät lernst du, diese Frage zu beantworten – ob in der Wirklichkeit oder ganz virtuell.

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Apps & Mobilität

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