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3D-Stadtmodelle

 

Das nächste Level für deine Stadt

Natürlich kannst du durch die engen Straßen von Monaco Autorennen fahren oder Zombies durch die Häuserschluchten von New York jagen – in Computerspielen. Aber auch Städteplaner und –bauer können sich ihre Bauwerke am Rechner in ihrer künftigen Umgebung anschauen, lange bevor der erste Spatenstich stattgefunden hat. Möglich machen das dreidimensionale Modelle, die ganze Häuser, Straßen und Städte virtuell nachbauen.

Ein solches 3D-Stadtmodell enthält neben Häusern, Straßen und der Vegetation auch die Geländeoberfläche. Ganze Städte können am Rechner nachgebaut werden – vielleicht sollen sie als eben jene Kulisse für eine Zombiejagd oder ein Autorennen dienen. Virtueller Städtebau als Zeitvertreib hat unter anderem auch das Spiel Minecraft populär gemacht.

Allgemein sind mit solchen 3D-Stadtmodellen natürlich auch Analysen, Vorausberechnungen und Simulationen für die reale Welt möglich. Das kommt vor allem städtebaulichen Maßnahmen zugute, denn immer mehr Planungen werden nicht in zweidimensionalen Karten, sondern in digitalen 3D-Modellen erstellt. Der Vorteil: Die Auswirkungen, zum Beispiel der neue Brunnen, die Umgehungsstraße, die neue U-Bahn Haltestelle oder das ganze Hochhaus, sind auch für jeden ungeübten Kartenleser sofort erkennbar.

Die Grundlage für all diese realen 3D-Stadtmodelle liefern jedoch echte 2D-Geodaten. Um ein solches Modell zu erstellen, liefern Geodäten die nötigen Luftbilder, die Katasterkarten, die Laserscanningpunktwolken. Und sie verfügen über das nötige Wissen, um diese flachen Daten am Rechner zum virtuellen, dreidimensionalen Leben zu erwecken.

Je detailreicher so ein Modell werden soll, desto mehr Daten kommen auch aus anderen Fachbereichen dazu. Auf dem niedrigsten Level, also auf dem mit der niedrigsten Auflösung, erhältst du nämlich nur ein Geländemodell – und zwar eines, auf dem alle Häuser dieselbe Höhe haben. Hochwassersimulationen lassen sich beispielsweise schon ganz gut damit rechnen. In den nächsten Leveln verwandeln sich die Gebäude dann von generalisierten Klötzchen zu vollständigen Häusern mit variablen Dachhöhen, Balkonen und Säulen. Innenräume werden auch modelliert. Du kannst auch Möbel hineinstellen, wenn das Modell auch Architekten oder Immobilienmakler begeistern soll.

Das ultimative Level ist schließlich BIM: Building Information Modelling. Hier wird ein 3D-Stadtmodell noch mit sämtlichen Zusatzinformationen versehen. Wie viel kostet das Haus? Wann muss die Heizung gewartet werden? Wie sind wo welche Materialien verbaut oder die Kabel verlegt? Und wann kommt der nächste Bus an der Haltestelle um die Ecke?

Bei einer Zombiejagd mögen diese Informationen wenig hilfreich sein – aber klar, 3D-Stadtmodelle bieten jede Menge Vorteile und Möglichkeiten. Dazu kommt noch, dass Holo-Brillen und Augmented Reality-Anwendungen immer besser werden, mit denen du dich in der virtuellen Stadt fast frei bewegen oder zumindest umschauen kannst. Die Chancen stehen also gut, dass du künftig nicht ein 3D-Modell baust, damit dann jemand auf einem 2D-Bildschirm darauf schaut, sondern dass du dein Modell virtuell zum Leben erwecken und hindurch spazieren kannst.

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